Das Ende der Roaming-Gebühren in der EU kommt

Kerstin Westphal, MdEP

01. Februar 2017

Roaming-Gebühren innerhalb der EU gehören bald der Vergangenheit an. „Damit müssen Bürgerinnen und Bürger keine hohen Handyrechnungen mehr befürchten, wenn sie im EU-Ausland unterwegs waren“, freut sich die fränkische Europaabgeordnete Kerstin Westphal (SPD) über die Entscheidung. „NutzerInnen können ihre Mobilgeräte dann genauso einsetzen, wie zuhause.“

Vom Wegfall der Roaming-Gebühren profitieren VerbraucherInnen beim Telefonieren, Surfen, beim Schreiben von Kurznachrichten, Twittern oder der Nutzung von Messenger-Diensten.

Den SozialdemokratInnen im EU-Parlament war es gestern gelungen, den im Europäischen Rat vertretenen Mitgliedsstaaten große Zugeständnisse abzugewinnen, berichtet die Abgeordnete. Viele Gebühren, die vor allem große Telekommunikationsanbieter beim Grenzübertritt verlangen, werden demnach zukünftig gedeckelt.

„Damit werden große Anbieter in Zukunft wohl ganz auf Roaming Entgelte verzichten können“, so Westphal. „Dieser Durchbruch bei den Roaming-Gebühren beweist unsere Handlungsfähigkeit. Die EU hat geliefert.“

„Sie können vom Strand in Spanien ohne zusätzliche Kosten zuhause anrufen, Messenger-Dienste wie Whatsapp und Twitter nutzen, ohne dass dafür Auslandsgebühren anfallen“, beschreibt Westphal die neuen Möglichkeiten.

Formell muss das Abkommen nun noch zwischen dem EU-Parlament und den Ministern der EU-Mitgliedsstaaten beschlossen werden. Die Roaming-Gebühren sollen dann ab 15. Juni 2017 wegfallen.

Digitaler Binnenmarkt

Besonders beim datenintensiven Streaming von Filmdateien würden VerbraucherInnen in Zukunft von den wegfallenden Entgelten profitieren. Momentan wird der grenzenlose Abruf von nationalen TV Inhalten aber noch vom sogenannten „Geoblocking“ verhindert.

Derzeit laufen daher parallel Verhandlungen, in Zukunft auch auf Geoblocking zu verzichten. „Das fordern wir bereits seit langem. Dann wären nationale TV Inhalte via Internet auch im EU-Ausland abrufbar. Sie können dann die Sportschau in der Strandbar verfolgen, oder die „Fastnacht in Franken“ im Zug nach Paris“, erklärte Westphal.

„Damit kommen wir einem echten digitalen Binnenmarkt in Europa ein großes Stück näher.“

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