Kerstin Westphal: Bahn frei für den Verbraucherschutz

15. November 2018

Chance beim Schopf gepackt! Beim Verbraucherschutz im Bahnverkehr ist dem Europäischen Parlament ein großer Erfolg gelungen. Gegen den Widerstand der konservativen Kräfte unter Führung der CDU/CSU und auf Druck der Sozialdemokraten wurde die sogenannte „Höhere Gewalt“ im Schienenverkehr gestrichen. Der Bahn wäre es damit nicht mehr möglich, sich bei Verspätungen u.a. durch schlechte Witterungsbedingungen vor Entschädigungszahlungen zu drücken.

„Ich bin einfach nur glücklich“, so die fränkische SPD-Europaabgeordnete Kerstin WESTPHAL, die auch im Verbraucherschutzausschuss sitzt. „Das ist ein guter Tag für alle Verbraucherinnen und Verbraucher und schafft Vertrauen in die Bahn als Transportmittel.“

„Zwei Stunden Verspätung – 100Prozent Erstattung! Wenn der Zug mehr als zwei Stunden zu spät kommt und man damit ein Meeting oder ein Date verpasst, hat man allen Grund verärgert zu sein und sollte Anspruch auf eine volle Entschädigung haben“, so WESTPHAL weiter. „Gut, dass wir die Konservativen im EU-Parlament überstimmen und so absurde Ausnahmen von dieser einfachen Regel verhindern konnten. Egal aus welchem Grund ein Zug so viel Verspätung hat – Bahnreisende haben Anspruch auf halbwegs pünktliche Züge, und wenn die Bahnunternehmen das nicht hinbekommen weil es draußen mal schneit oder "zu heiß" ist, dann müssen sie die Reisenden eben entschädigen."

Weitere positive Änderungen für Bahnfahrende

Doch nicht nur bei Entschädigungszahlungen, auch in anderen Feldern können Zugreisende auf einige Verbesserungen hoffen. So soll jeder Zug in Zukunft die Mitnahme von Fahrrädern ermöglichen. Auch wurden die Entschädigungszahlungen auf maximal 100% hochgesetzt, statt bisher nur 50 Prozent des Fahrpreises. Gute Nachrichten für Menschen mit Behinderung: „In Zukunft müssen sie sich an großen Bahnhöfen nicht 48 Stunden vorab anmelden, wenn sie Hilfe beim Ein - und Aussteigen benötigen. Jetzt können sie auf sofortige Unterstützung zählen. Das wird das Reisen vieler Menschen erleichtern“, freut sich WESTPHAL

Das Europäische Parlament wird die Verhandlungen mit dem Europäischen Rat aufnehmen, sobald dieser seine Position dargelegt hat.

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