Kerstin Westphal: Bayerische Staatsregierung muss Frauen besser vor Gewalt schützen!

Kerstin Westphal, MdEP

09. April 2018

„Es gibt noch immer kein flächendeckendes Netz, das Frauen schützt, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden. Das ist in einem Land wie Bayern ein Armutszeugnis und eine Schande“, kritisiert die Schweinfurter Europaabgeordnete Kerstin Westphal (SPD). Auch das Schweinfurter Frauenhaus ist auf finanzielle Unterstützung durch Spenden angewiesen. Die Bayerische Staatsregierung kommt ihrer Pflicht nicht ausreichend nach, Schutzräume für misshandelte Frauen zu schaffen und ausreichend Personal bereitzustellen, findet Westphal, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Frauen (AsF) im Unterbezirk Kitzingen-Schweinfurt.

Benefiz-Fete zugunsten des Schweinfurter Frauenhauses

„Die Situation von Frauenhäusern in Bayern ist äußerst prekär. Jede zweite von Gewalt bedrohte Frau, die auf der Suche nach Schutz ist, muss von den Frauenhäusern abgewiesen werden“, bestätigt auch Westphals Parteikollegin, die Schweinfurter Landtagsabgeordnete Kathi Petersen.

Die BayerischeSPD-Landtagsfraktion startete deshalb eine „Resolution zum Schutz vor Gewalt an Frauen“ mit dem Ziel, die Situation der Frauenhäuser zu verbessern. Darin heißt es: „Die bayerische Staatsregierung lässt sowohl Frauen wie betroffene Kinder, die oftmals jahrelang unvorstellbares Leid erfahren haben, einfach im Stich“. Jedes Jahr werden in Bayern 140.000 Frauen Opfer von sexueller und körperlicher Gewalt. Der Gang ins Frauenhaus ist für Betroffene und deren Kinder oft der letzte Ausweg. „Dass Frauen, die Schutz und Unterstützung suchen, am Frauenhaus abgewiesen werden müssen, weil es keine Kapazitäten für sie gibt, kann einfach nicht wahr sein“, so Petersen.

Neben mehr Schutzräumen und Personal braucht es aber auch bezahlbaren Wohnraum. Nach dem Aufenthalt in einem Frauenhaus ist es sehr schwer für die oft traumatisierten Frauen, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Sie belegen länger als eigentlich nötig einen Platz, weil es einfach keine Wohnungen für sie gibt, erklären die beiden SPD-Politikerinnen. Es sei sehr schwierig nach der Zeit im Frauenhaus wieder auf dem Wohnungsmarkt Fuß zu fassen, gerade auch in Schweinfurt. „Wir müssen den sozialen Wohnungsmarkt stärken und den Wiedereinstieg ins berufliche und gesellschaftliche Leben erleichtern“, so Westphal.

For Women Only - 14. April, ab 20 Uhr

In Schweinfurt ist die Situation ähnlich schwierig. Jedes Jahr sammeln daher die Organisatorinnen der „Frauenfete“, Vertreterinnen der AsF und von verdi, Spenden, um das Frauenhaus finanziell unterstützen.

Diese Benefiz-Fete „For Women Only“ startet am Samstag, 14.4., ab 20 Uhr, im Jugendhaus „FränZ“, Franz-Schubert-Straße 26. Mit dabei ist DJane Nana. Der Eintritt ist frei, der Erlös geht in vollem Umfang an das Schweinfurter Frauenhaus.

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