Kerstin Westphal: Es darf keine BürgerInnen zweiter Klasse geben!

Kerstin Westphal, MdEP

13. September 2018

Wichtiger Schritt in Sachen Verbraucherschutz

Ein EU-weit erhältliches Produkt, das sich in bestimmten Eigenschaften unterscheidet, darf nicht mit offensichtlich identischer Etikettierung und Markenkennzeichnung versehen werden.

Mehr Fett, weniger Fleisch und dazu eine dicke Panade: Viele VerbraucherInnen in Europa beschweren sich, beim Kauf von Markenprodukten keinen Zugang zur selben Qualität zu haben. Die unterschiedliche Beschaffenheit der Produkte bei gleichem Aussehen untergräbt das Vertrauen der BürgerInnen in das faire Funktionieren des EU-Binnenmarktes. Es darf nicht sein, dass Menschen in anderen EU-Ländern eine deutlich schlechtere Qualität bekommen!

Es ist für mich ein No-Go, dass z. B. der Schokoladenanteil in Keksen in manchen Staaten deutlich höher ist als bei anderen. Das ist auch nicht mit unterschiedlichen Verbraucherinteressen zu erklären! Dieses Hirngespinst der Industrie weisen wir in aller Deutlichkeit zurück - warum sollte die Fleischqualität in den Ravioli in Tschechien deutlich geringer sein als in Luxemburg - obwohl die gleiche Marke und Verpackung drauf ist? Es ist unfair und eine vorsätzliche Täuschung. Verbraucherpräferenzen sollten nicht als Entschuldigung dafür dienen, die Qualität zu senken oder unterschiedliche Qualitätsstufen auf verschiedenen Märkten anzubieten. Deshalb brauchen wir eine Lösung auf EU-Ebene mit gleich hohen Standards.

Daher haben wir im Europäischen Parlament für gleich hohe Standards bei der Qualität von Produkten gestimmt - und somit für einen starken Verbraucherschutz in Europa. Die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken muss geändert werden! Europäische VerbraucherInnen haben das Recht überall gleich und fair behandelt zu werden. In der EU darf es keine BürgerInnen zweiter Klasse geben. Wir fordern schon seit jeher: Gleich hohe Standards für ALLE VerbraucherInnen in Europa!

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