Kerstin Westphal: EU Parlament für mehr Gleichstellung

Kerstin Westphal, MdEP

05. Oktober 2017

Europäisches Parlament fordert Maßnahmen, Gendergap weiter abzubauen

Bereits vor sechzig Jahren wurde die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in den Römischen Verträgen als eines der Grundrechte der EU verankert. Erreicht haben wir dieses Ziel aber noch lange nicht. So verdienen nach wie vor Millionen berufstätiger Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen, und das obwohl sie gleichwertig oder gar besser ausgebildet sind - ein Zustand den wir so nicht halten können.

Deshalb freue ich mich sehr darüber, dass wir es geschafft haben einen ambitionierten Bericht durch das Parlament zu bringen, der Kommission und Mitgliedsstaaten auffordert, Frauen eine gleichwertige Teilhabe am Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft sicherzustellen.

Tatsächlich besteht innerhalb der Europäischen Union ein Lohnunterschied von 16 Prozent zwischen Männern und Frauen. Bei Renten sind es gar 40 Prozent. Die Kosten, Frauen vom Arbeitsmarkt auszuschließen, sind enorm: so wird geschätzt, dass der EU jährlich Kosten von 370 Milliarden Euro hierdurch entstehen.

Maßnahmen, dagegen vorzugehen, sind längst überfällig. Das Europäische Parlament fordert deshalb eine höhere Transparenz bei Löhnen

  • Lohnerhöhungen in Bereichen, in denen vorrangig Frauen arbeiten
  • Gender-Aktionspläne für Unternehmen
  • Quoten im öffentlichen Bereich und
  • eine Garantie, nach einer Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung zurückkehren zu können.

Als Sozialdemokratin unterstütze ich diese Forderungen voll und ganz. Der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit für Männer und Frauen am gleichen Ort“ gilt auch hier.

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