Kerstin Westphal: Gleichberechtigung jetzt! Am 8. März ist Internationaler Frauentag

Kerstin Westphal, MdEP

07. März 2018

von Kerstin Westphal, MdEP

Die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist erst hergestellt, wenn wir nicht mehr darüber sprechen müssen. Leider müssen wir dieses Querschnittsthema noch immer auf den Tisch bringen, auch dieses Mal zum Internationalen Frauentag am 8. März. Trotz 100. Jubiläums des Frauenwahlrechts in Deutschland, trotz zahlreicher Verbesserungen für mehr Selbstbestimmung, trotz Nein heißt Nein, trotz mehr Frauen in Führungspositionen - von Gleichberechtigung sind wir noch weit entfernt.

Keine Angst: Frauenpower richtet sich nicht gegen Männer. Sie richtet sich gegen Blockaden bei der Angleichung der Gehälter, sie richtet sich gegen Klischees beim Familienbild, und sie kommt dort zum Einsatz, wo Frauen gleiche Rechte verwehrt werden.

Kerstin Westphal: Gleichberechtigung jetzt! Am 8. März ist Internationaler Frauentag

Von echter Gleichstellung der Geschlechter sind wir leider immer noch weit entfernt, in Deutschland wie in Europa. Nur eine von drei Führungskräften in der EU ist eine Frau, und sie verdient im Schnitt fast ein Viertel weniger als ein Mann. Deutschland steht im EU-Vergleich eher auf den hinteren Plätzen.

Raus aus der Teilzeitfalle!

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sieht vor, dass Frauen und Männer die Möglichkeit haben, nach einer Teilzeitphase wieder in Vollzeit zurückzukehren. Das ist ein gutes Signal. Leider sehen nicht alle die Zeichen der Zeit - die CSU schafft es nicht einmal eine einzige Frau als Ministerin ins Kabinett zu schicken. Frauenpower muss man dort offensichtlich noch immer suchen. Im EU-Parlament sind immerhin 36 Prozent der Abgeordneten weiblich, aber auf der Ebene der Verwaltung sind von 13 Top-Jobs nur zwei von Frauen besetzt.

Ein polnischer EU-Abgeordneter findet das richtig, „denn Frauen sind schwächer, sie sind kleiner und sie sind weniger intelligent“ - wenn man so etwas hört weiß man: Der Weg, die Gleichberechtigung auch in die Köpfe zu bekommen, ist noch lang.

So sieht es zu Recht auch unsere Landesvorsitzende Natascha Kohnen: Um Frauen das Recht auf ein selbstbestimmtes, wirtschaftlich unabhängiges Leben zu gewährleisten, sind noch Riesenschritte zu tun.

Einen kleinen Schritt tut übrigens demnächst das EU-Parlament: Im Rahmen der MeToo-Debatte soll noch diesen Monat ein Aktionsplan verabschiedet werden, um die Beschwerdemöglichkeiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Belästigungsvorwürfen zu verbessern.

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten setzen uns ein für mehr Frauen in Führungspositionen, für mehr Frauen in den Parlamenten und Rathäusern, für mehr Gleichheit zwischen den Geschlechtern beim Gehalt und der Aufteilung der Familienarbeit. Ich wünsche einen schönen Frauentag!

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