Kerstin Westphal: „Keine Sonderbehandlung für Ryanair!”

Flugzeug von Ryanair, Foto: EU, EP 2012

04. Oktober 2017

Europäisches Parlament diskutiert Flugausfälle mit EU-Kommission

Angesichts der zahlreichen Flugausfälle bei der irischen Fluggesellschaft Ryanair fordert die Verbraucherschutzexpertin Kerstin Westphal EU-Fluggastrechte ordnungsgemäß umzusetzen und Ansprüche zu erweitern.

„Wir müssen umgehend klären, ob die Airline die Rechte der VerbraucherInnen einhält. Die Flugstreichungen werfen eine Reihe von Fragen auf, die ich gerne beantwortet hätte. Werden Kunden über ihre Rechte aufgeklärt? Werden sie entschädigt? Die Berichte von Reisenden lassen eher das Gegenteil vermuten. Auch für die Belegschaft bedeuten die Streichungen massive Einkommenseinbußen. Es wird nur bezahlt, wenn Flugzeuge abheben“, so Kerstin Westphal.

„Die Kommission muss uns erklären, welche Maßnahmen sie ergreifen will, um solche Missachtungen der Passagier - und Arbeitsrechte zu unterbinden!“ 2014 wurde die Verordnung zu Fluggastrechten von der EU verabschiedet, bei der auch die EU-Abgeordnete Kerstin Westphal beratend mitgewirkt hatte.

"Ryanair muss Kunden entschädigen!"

„Schon damals haben wir SozialdemokratInnen im Verbraucherschutzausschuss eine Erhöhung der Entschädigungssumme gefordert und auch durchgesetzt“, betont sie. „Es kann nicht sein, dass Ryanair gezielt diese Rechte der Flugreisenden umgeht, für die wir solange gekämpft haben!“

Bis März 2018 sollen rund 20.000 Flüge gestrichen werden, mehr als 70.000 Passagiere sind davon betroffen. Laut EU-Fluggastrechte-Verordnung haben Flugreisende bei kurzfristigen Absagen von Flügen eine Reihe von Ansprüchen. Dazu gehört, dass Flugpreise erstattet werden oder kostenlos umgebucht wird, aber auch das Recht auf Ersatzbeförderung sowie auf Kostenerstattung und Entschädigung, stellt Westphal klar.

Gerade die Regel der Entschädigung sollte daher nochmal geprüft werden, findet die SPD-Politikerin. Derzeit haben Passagiere nur bei Stornierungen bei weniger als 14 Tagen vor Abflug Anspruch auf Entschädigung. „Auch wenn mein Flug 18 Tage vor Abflug storniert wird, habe ich Kosten und viel Ärger. Hier muss die EU-Kommission prüfen, ob eine Weiterentwicklung der Fluggastrechte nötig ist“, fordert Kerstin Westphal.

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