Kerstin Westphal: Mehr reparieren, weniger wegwerfen

Elektroschrott beim Recycling, Foto: EU, EP 2009

05. Juli 2017

Europäisches Parlament fordert längere Lebensdauer von Elektroprodukten

Viele Elektrogeräte landen auf dem Müll, obwohl sie repariert werden könnten. Reparaturen sind teuer und zeitaufwendig und immer häufiger können sie nur vom Hersteller wiederhergestellt werden . Reparaturbetriebe für Elektrogeräte geben mangels Nachfrage auf. „Dabei sind Reparaturen umweltfreundlicher und rohstoffschonender als der Kauf eines Neugeräts“, betont die fränkische Europaabgeordnete Kerstin Westphal (SPD).

Das Europaparlament in Straßburg hat nun einen Bericht für eine längere Lebensdauer von Produkten angenommen, und somit die Richtung für ein nachhaltigeres Wirtschaften vorgegeben.

„Reparaturen von Elektrogeräten müssen allein schon aus Umweltschutzgründen erleichtert werden“, fordert Westphal, Mitglied im Verbraucherschutzausschuss. „Ersatzteile sollten zu einem angemessenen Preis erhältlich sein, um Produkte leichter reparieren zu können. Verbraucher und Verbraucherinnen sollen vom Hersteller besser darüber informiert werden, wie Elektroprodukte selbst wieder funktionsfähig gemacht werden können“ so Westphal.

„Beim Thema Verbraucherschutz stellen die konservativen Fraktionen wieder einmal Wirtschaftsinteressen über die Interessen von Verbraucherinnen und Verbrauchern“, bemängelt Westphal.

Lebensdauer als Kaufanreiz

„Es fehlt die Forderung nach einer verbindlichen Kennzeichnung der Lebensdauer von Elektrogeräten durch die Hersteller.“ Nach der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Kantar Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverband sind mehr als 80 Prozent der Befragten für die Einführung einer solchen Kennzeichnungspflicht.

„Würden Hersteller die gewöhnliche Lebensdauer eines Geräts angeben, wäre das ein Kaufanreiz für Verbraucherinnen und Verbraucher“, urteilt Westphal. „Gleichzeitig erhielten Hersteller einen Anreiz, nachhaltigere Produkte zu konzipieren, oder die Lebensdauer mit der Herstellergarantie zu verknüpfen.“

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