Kerstin Westphal: Ortsbesuch in Mitwitz und Coburg

Susanne Faller, Kerstin Westphal, Doris Aschenbrenner, Ralf Pohl

25. Juli 2017

Bei einem Besuch in der Gemeinde Mitwitz (Landkreis Kronach) habe ich mich über das geplante Projekt des „EuroCampus Grünes Band“ informiert. Das „Grüne Band“ ist ein rund 1400 Kilometer langer Biotopverbund entlang des ehemaligen Todesstreifens an der DDR-Grenze, und ist heute ein Natur- und Wanderparadies. Danach ging es weiter nach Coburg, zum "Kaleidoskop" des dortingen Caritasverbands. Hier kommen Gelder des Europäischen Sozialfonds (ESF) den Bewohnern des Quartiers in Wüstenahorn zugute. Bei Europe Direct habe ich mich mit den Mitarbeitern über die Herausforderungen der EU unterhalten und wie wir den Bürgerinnen und Bürgern die Vorteile der Europäischen Union wieder schmackhafter machen können.

Wasserschloss Mitwitz soll EuroCampus werden

„Ich sehe hier viele Chancen und viel Potential“, sagte die SPD-Bundestagskandidatin Doris Aschenbrenner, die den Besuch organisiert hatte.„Mit dem EuroCampus könnte hier ein internationales Erlebnis- und Informationszentrum entstehen, eine Europäische Begegnungsstätte zu ganz verschiedenen Themen, die hier vor Ort erlebbar sind: Natur und Biodiversität und die deutsch-deutsche Geschichte entlang der ehemaligen Demarkationslinie“, urteilte Westphal.

„Das ist ein tolles Projekt, dessen Profil gut in die Förderung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) passen könnte." Wichtig sei nun, dass alle politischen Ebenen, von der Kommune, über den Landkreis und den Bezirk, an einem Strang ziehen, betonte die Europaabgeordnete. Das "Grüne Band" erstreckt sich über Deutschland hinaus von der Barentssee bis zur Adria und zum Schwarzen Meer und verbindet so auf 12.500 Kilometer Länge 24 Europäische Staaten.

Stadtteilmütter "Känguruh" im Coburger Quartier Wüstenahorn

An den Besuch in Mitwitz schloss sich ein Termin im Coburger Stadtteil Wüstenahorn an, wo sich Westphal und Aschenbrenner gemeinsam mit Coburgs dritten Bürgermeister Peter Nowak das Projekt „Kaleidoskop“ des Caritasverbands Coburg ansahen.

Hier sind mitten in der Wohnsiedlung verschiedene soziale Projekte untergebracht, um ein besonders niederschwelliges Angebot für die Bewohner – oft sozial schwache Familien, viele mit Migrationshintergrund – bereitzustellen. „Die Stadtteilmütter ‚Känguruh‘ sind regelrechte Türöffner. Da auch viele der hier arbeitenden Pädagoginnen Migrationshintergrund haben, fasst man schnell Vertrauen und berät auf Augenhöhe. Ziel ist es, die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern zu verbessern sowie Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit bei Kindern zu fördern. Toll, wie gut sich die verschiedenen Angebote hier vernetzt haben“, findet Westphal.

Wüstenahorn Coburg
In einem der Wohnblocks in Wüstenahorn befindet sich das Projekt "Känguruh", leicht für alle Bewohner, Kinder und Eltern, zu erreichen.

Im Kaleidoskop stellte Helgard von Sein, Projektmitarbeiterin BIWAQ, das Projekt „LEAplus“ vor, das Langzeitarbeitslose fördern und wieder in den Arbeitsmarkt bringen will. „Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich sehe, dass EU-Mittel dort eingesetzt werden, wo sie den Menschen ganz handfest und unmittelbar zugutekommen. Das Programm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ) des Bundes wird aktuell mit 90 Mio. Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt. Hier habe ich gesehen, dass die Investition in Menschen gut angelegtes Geld ist.“

Europe Direct Coburg bietet Inforeihe zum Brexit

Von Wüstenahorn ging es zu einem Informationsaustausch mit dem Team von „Europe Direct“, das bei der Volkshochschule Coburg angesiedelt ist. Mit Geschäftsführer Rainer Maier und Mitarbeiter Helge Kienel sprachen die SPD-Politikerinnen Westphal und Aschenbrenner über die Europäische Union und wie Bürgerinnen und Bürger in Coburg zu EU-Themen informiert werden.

Doris Aschenbrenner, Kerstin Westphal, MdEP, Helge Kienel, Rainer Maier
Doris Achenbrenner, Kerstin Westphal, MdEP, Helge Kienel, Rainer Maier

Die VHS hat hierzu in Kooperation mit Europe Direct verschiedene Bildungsangebote, Vorträge und Schulbesuche geplant, unter anderem zum Brexit und seinen Folgen. "In Coburg wissen wir sehr gut wie es war, die Grenze in der unmittelbaren Nähe zu haben. Ich bin froh, dass wir heute in der Europäischen Union Reisefreiheit genießen. Dieses Privileg muss verteidigt werden", so Doris Aschenbrenner. „Die Menschen müssen den Mehrwert der Europäischen Union spüren können. Das ist auch die Aufgabe der Politik, und zwar aller politischen Ebenen, von der Kommune bis ins Europäische Parlament“, so die Europaabgeordnete Westphal.

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