Ein typischer Arbeitstag von Kerstin Westphal

EU Parlament in Brüssel, Foto: EU, EP 2017

Der Titel ist etwas irreführend, denn es gibt eigentlich keinen "typischen Arbeitstag" für Europa-Abgeordnete. Schon wegen der unterschiedlichen Struktur der Wochen (Plenarwochen in Straßburg, Ausschuss- und Fraktionswochen in Brüssel und Wahlkreiswochen) kann es so etwas wie einen typischen Tag gar nicht geben. Das Europäische Parlament hat insgesamt rund 40 Sitzungswochen, die in der Regel von Montag bis Donnerstag dauern (Freitag und am Wochenende ist dann Wahlkreis-Arbeit angesagt).

In den Ausschusswochen beginnt die Arbeit meist morgens um 9 Uhr und dauert bis spätabends. Morgens geht es zunächst an den Schreibtisch, wo Post, Arbeitsdokumente und Telefonate warten. Mit meinen Mitarbeitern in Brüssel bespreche ich den Tagesablauf und die wichtigsten Themen, die in Brüssel oder Straßburg auf der Agenda stehen. Die Mitarbeiter im Schweinfurter bzw. Würzburger Heimatbüro bringen mich auf den neuesten Stand, was Termine und Anfragen aus dem Wahlkreis angeht und informieren mich über alles, was in Franken wichtig ist.

Die Sitzungen des Regionalausschusses dauern mehrere Stunden. Als Stellvertreterin gehe ich auch in die Sitzungen des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, sofern die beiden Ausschüsse sich nicht zeitlich überschneiden. Wenn im Ausschuss eine wichtige Abstimmung ansteht, bereite ich eine Presseerklärung für die fränkischen Medien vor. Daneben verfolge ich - mit Hilfe der anderen SPD-Abgeordneten - auch Themen, die ich nicht selbst betreue, insbesondere natürlich wenn sie für Franken relevant sind.

Neben der Teilnahme an Ausschusssitzungen stehen daher auch vorbereitende Gespräche und Abstimmungen mit Kolleginnen und Kollegen auf der Tagesordnung. Daneben gibt es immer wieder Fachgespräche mit Experten. So treffe ich mich beispielsweise mit Vertretern aus dem Ausschuss der Regionen, mit dem Brüsseler Büro der bayerischen Kommunen oder mit Lobbyisten. Neben den Treffen bleibt dann noch Zeit für das Studium der diversen Dokumente (Berichte aus meinen Ausschüssen, Positionspapiere etc).

Auch abends gibt es meist einen vollgefüllten Terminplan, mit Arbeitsessen, Aktenstudium oder mit Veranstaltungen, die für meine Arbeit wichtig sind. So bin ich beispielsweise regelmäßig bei Diskussionsveranstaltungen des Brüsseler DGB-Büros.

Zwölf der rund 40 Arbeitswochen pro Jahr finden in Straßburg statt, dort tritt das Plenum zusammen und stimmt über die Berichte ab. Dazu kommen 4-5 Wochen pro Jahr für die Wahlkreisarbeit. Damit haben wir mehr Sitzungswochen als beispielsweise die Kolleginnen und Kollegen im Deutschen Bundestag.

Hier finden Sie den aktuellen Sitzungskalender des Europäischen Parlaments.