Zum Holocaust-Gedenktag

Stacheldraht am ehemaligen KZ Dachau

25. Januar 2019

Vor 74 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Hier ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen. Am 27. Januar gedenken wir in Deutschland und in ganz Europa offiziell der Opfer des Nationalsozialismus.

Dieses Gedenken ist angesichts eines bedrohlichen Rechtsrucks in Europa wichtiger denn je. Wir wollen Grenzen abbauen, sowohl physisch als auch in den Köpfen. Das unterscheidet uns von Nationalisten und Leuten die meinen, Deutschland sei alleine besser dran.

Der 27. Januar ist Auftrag an uns alle und Verantwortung für die Zukunft. Wohin Spaltung und Hass führen, macht uns der Holocaust-Gedenktag klar. Wenn Abgeordnete im Landtag während einer Gedenkveranstaltung an die Opfer des Holocaust den Plenarsaal verlassen, weil sie den politischen Diskurs über Hass und Hetze nicht aushalten, dann ist das nicht nur unanständig. Sie lehnen Verantwortung dafür ab, dass sich Völkermord und Rassenwahn nicht mehr wiederholen dürfen. Was für eine Alternative soll das sein, die sich nicht vollständig von den grausamen Verbrechen der Nazis distanziert, sie als „Vogelschiss“ abtut?

Die letzten Augenzeugen und Überlebende, die aus erster Hand vom Horror der Nazis berichten können, sterben aus. Alle europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft, vor allem junge Menschen, müssen dieses Gedenken auch in der Zukunft bewahren und würdigen. Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Für mich gibt es kein Ende des Erinnerns. Es darf und es wird keinen Schlussstrich geben.