Kerstin Westphal: Zahltag - Lohnlücke zwischen Geschlechtern schließen

Equal Pay Day Logo, Foto: BPW Germany e.V.

14. März 2019

Der 18. März markiert in diesem Jahr erneut symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland umsonst arbeiten, während ihre männlichen Kollegen seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Nach den Zahlen des statistischen Bundesamtes arbeiten Frauen also erst einmal 77 Tage umsonst, bis sie den Lohn- und Gehaltsunterschied zu ihren männlichen Kollegen aufgeholt haben. „Das darf so nicht bleiben. Diese Lücke muss weg“, fordert die fränkische Europaabgeordnete Kerstin Westphal (SPD).

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort ist eine Forderung, die wir Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen schon seit vielen Jahren stellen. Mit dem Gesetz zu mehr Lohntransparenz ist ein erster Schritt getan, diese Lohnlücke weiter zu schließen“, so Westphal. „Die Gleichberechtigung beim Lohn richtet sich nicht gegen Männer, sie ist einfach wichtig für eine partnerschaftliche Gesellschaft“, betont Westphal.

Europaweit beträgt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen im Schnitt 16,7 Prozent, in Deutschland liegt sie höher, bei 21 Prozent. Besonders vorbildlich geht Island gegen die Lohnlücke vor. Bis 2022 soll sie dort nicht mehr existieren. Prekär wird der „Gender Pay Gap“, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, im Alter. Denn die ungleiche Bezahlung über das gesamte Berufsleben hinweg schlägt sich bei Frauen in geringeren Renten nieder. Vor allem weibliche Pflegekräfte sind später hiervon betroffen. „Wir brauchen eine Aufwertung der Pflegeberufe. Damit lösen wir mehrere Probleme auf einmal, denn hier arbeiten vor allem Frauen“, so Westphal.

Weniger Lohn, längeres Leben, mehr Armut im Alter

„Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit – ist keine Phantasie oder utopisch, sondern einfach nur gerecht! Nachdem vor 100 Jahren das Frauenwahlrecht eingeführt wurde, ist es eine Schande, dass diese Ungleichbehandlung auch im Jahr 2019 noch existiert. Frauen sind mehr wert!“, kritisierte Ursula Kirmeier, Vorsitzende der AsF Unterfranken.

Das Armutsrisiko für Frauen über 65 Jahre beträgt in der EU 22 Prozent, im Vergleich zu 16 Prozent für Männer. Um als Frau in Europa die gleiche Bezahlung und Rente wie ein Mann zu erhalten, müsste sie in Deutschland bis zu zehn Jahre früher anfangen oder zehn Jahre länger arbeiten als ihr männliches Pendant, rechnet der AsF-Bundesverband vor.

„In der EU ist direkte und indirekte Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verboten, aber diese Lohnlücke besteht tatsächlich in jedem europäischen Land, sie ist nur unterschiedlich groß“, bemängelt Westphal. Unser Ziel ist es immer noch, dass der Equal Pay Day nicht erst in 100 Jahren auf den 1. Januar fällt, sondern wir werden, wie unsere Vorkämpferinnen beim Frauenwahlrecht, nicht nachgeben und solange das Gleiche fordern, bis es endlich erreicht ist .“