Kerstin Westphal: Besuch bei der Klara-Oppenheimer-Schule Würzburg

21. März 2019

Rund 200 Schülerinnen und Schüler der Klara-Oppenheimer-Schule in Würzburg haben mit der Europaabgeordneten Kerstin Westphal (SPD) über die Chancen und Schwierigkeiten der EU diskutiert. „Ich will euch vor allem klar machen, dass viele Entscheidungen, die im Europaparlament fallen, ganz unmittelbar den Alltag von euch Jugendlichen betrifft“, unterstrich Westphal im Gespräch mit Anwesenden, die in zwei Gruppen mit Westphal diskutierten. Eingeladen hatte die EU-Politikerin und Verbraucherschutz-Expertin der Fachbetreuer für Sozialkunde, Roland Amberg.

In dem Würzburger Schulzentrum werden rund 3200 Schülerinnen und Schüler in 27 Ausbildungsberufen unterrichtet. Außerdem besitzt die Schule ein starkes europäisches Profil mit vielen Kontakten in EU-Mitgliedsstaaten.

Viele Fragen der Schülerinnen und Schüler kreisten um den drohenden Brexit und welche Folgen er auf die deutsche Wirtschaft haben wird. „Bisher weiß keiner so recht, was genau die Briten wollen. Das macht die Lage so schwierig. Der Standpunkt des EU-Parlaments ist dagegen ganz klar“, erklärte Westphal. Ein zweites Referendum hält Westphal für so gut wie ausgeschlossen. „So etwas braucht lange Vorbereitung, diese Zeit haben die Briten nicht mehr.“ Die EU-Institutionen sieht Westphal gut gerüstet, auf Seiten der Briten sieht sie dagegen große Probleme, wenn der Brexit tatsächlich Realität wird.

74 Jahre Frieden in Europa

Westphal und Amberg erinnerten die Schülerinnen und Schüler an den Jahrestag der Zerstörung Würzburgs und die Millionen Toten zweier Weltkriege. Die vergangenen 74 Jahre Frieden seien eine direkte Folge erfolgreicher EU-Politik. „Vorher war Europa ein Kontinent ständigen Blutvergießens. Dank der Zusammenarbeit ehemals verfeindeter Nationen genießen wir die längste Periode des Friedens und des Wohlstands“, betonte Westphal.

Sie plädierte an die Schülerinnen, den Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen, wie es viele Absolventinnen und Absolventen des Würzburger Schulzentrums bereits getan haben. Dank des EU-Programms „Erasmus+“ leisteten viele angehende Fachkräfte, aber auch Lehrerinnen und Lehrer, Auslandspraktika in Spanien, Frankreich, Schweden oder Finnland, erfuhr Westphal im Gespräch mit Vertretern der Schulleitung.

Gefahr für die EU von Rechtspopulisten

Die fränkische EU-Politikerin warnte eindringlich vor den Gefahren, die der EU bei einem Sieg der Rechtspopulisten bei der Europawahl am 26. Mai drohen. „Es gibt Parteien, die haben die Zerschlagung der EU in ihren Wahlprogrammen. Die wollen ins Parlament, weil sie die EU zerstören wollen. Egal, ob ich wieder Mitglied des nächsten Parlaments bin oder nicht: Ich kämpfe auf allen Ebenen und mit Herzblut dafür, dass wir Europa erhalten“, appellierte Westphal und erhielt dafür Beifall der Schülerinnen und Schüler.